Backpacking - Mehr als nur ein Rucksack auf dem Rücken

„Backpacking, was ist so toll daran?“ Man kennt die Frage. Wir auch.
Unsere Antwort darauf – erklärt mit dem Wort selbst:

 

B - Backpack

Ohne einen Backpack läuft beim Backpacking natürlich nichts. Logisch. Auf Reisen sieht man die unterschiedlichsten Modelle. Von knallig bunt, abgenutzt, high tech oder mit Aufnähern zugekleistert. Jeder Backpack erzählt seine eigen Geschichte und etwas über den, der ihn trägt. Und jede kleine Macke steht für eine große Erinnerung.

Aber was viel wichtiger und der springende Punkt ist: Dein Backpack zwingt dich, dich zu fragen, was du wirklich zum (Über-)Leben brauchst. Das darf mit. Sonst nichts. Denn er weiß: „Wenn du mit mir reist, kommt es auf andere Dinge an. Nicht viel Platz für Luxus hier. Der wahre Luxus wartet draußen auf dich: das Abenteuer!“

 

 

A - Abenteuer

Du gehst nicht auf eine Backpacking-Tour, weil du Urlaub machen willst. Sondern weil du reisen willst. Großer Unterschied.

Was für dich die beste Zeit des Lebens bedeutet, bedeutet für andere Stress pur.
„10 Stunden im Bus sitzen?! Nicht wissen, wo man am nächsten Tag schläft?? KEIN FÖN? Und das war erholend??“

Und du denkst nur: Es war lebendig!

Nicht, weil es die Indiana-Jones-Abenteuer sind. Sondern weil sie sich für einen selbst so anfühlen! Egal was kommt, du bist einfach auf alles vorbereitet (allein, weil du ein Taschenmesser dabei hast). Und wenn du es mal nicht bist: Umso besser! Improvisation ist gefragt! Was gibt der Rucksack her, was gibt die Umgebung her, wie verständigt man sich?

Du lässt dich fallen und konzentrierst dich auf das, was gerade passiert. Nämlich das Ungeplante. Nicht, wo du morgen bist. Denn das weißt du meist so oder so noch gar nicht.

Aber egal wie abenteuerlich du drauf bist – den einen gibt es immer: Den einen Backpacker, der viel krasser unterwegs ist und viel wahnsinnigere Abenteuer erlebt hat und natürlich schon sein ganzes Leben reist. Den Quoten-Verrückten-Backpacker eben – der einen aber immer mitzieht!

 

 

C - Check In

Dein Check-In am Flughafen ist gleichzeitig der in eine andere Welt.

Während du mit dem Rucksack dort stehst, siehst du neben dir die Urlauber mit dem Koffer die endlich in ihrem Urlaub entspannen wollen. Sei es ihnen gegönnt. Es ist eben Urlaub… da steht Abschalten im Vordergrund.

Aber du willst nicht abschalten – du willst aufdrehen.
Du willst nicht schlafen – du willst erleben.
Du willst nicht in den Pool – du willst von Felsen ins offene Meer.
Keine Vollpension – sondern Straßenlokale.

Es ist dein Check-In in die Welt. Und dein Check-Out aus dem Gewohnten. Aus deinem Alltag, deiner Routine. Während die eine in die Ultra-Komfortzone treten – trittst du im gleichen Moment aus ihr aus. Und kannst es kaum erwarten!

 

 

K - Komfortzone

Wir bewegen uns in unserem Alltag in der Komfortzone, weil es uns Sicherheit vermittelt. Es gibt uns das Wissen, was morgen und übermorgen passiert und unsere Routine, in der wir wissen, was zu tun ist. Es gibt uns das Gefühl von Kontrolle.

Und verhindern gleichzeitig etwas zu wagen, Neues zu lernen, Risiken auf uns zu nehmen und sich selbst herauszufordern. Die Kontrolle loszulassen.

Backpacking zieht dich aus dieser Zone raus.

Sogar die kleinsten Erlebnisse können einen an Grenzen bringen, die man vorher nicht überschritten hat oder überschreiten wollte. Hoch oben mit dabei: Mit wenig Dingen im Leben klarzukommen. Nämlich nur denen, die in deinem Rucksack sind. Jeden Tag wirst du selbst gefordert, aber ohne es zu merken: Denn du genießt jede Sekunde davon in den vollsten Zügen. Und mit jedem Mal, das du zurückkommst, fragst du dich, warum du noch mal so viel unnötig Materielles daheim hast.

Ach ja richtig – du bist zurück in der Komfortzone. Und willst am liebsten direkt wieder raus.

 

 

P - Planung

Die einzige Planung, die du im Gepäck hast:
Ankommen! Was sind Möglichkeiten von A nach B zu kommen? Welche Sätze muss ich in der Sprache kennen? Wo ist der Massentourismus? Route: Von oben nach unten oder andersherum? Mehr braucht’s nicht.

Spart auch Nerven, damit man sich später nicht ärgert, wenn man etwas nicht geschafft hat. Weil: Geplant war ja eh nix!

Dafür liebst du das Backpacking: Weil dein Rucksack dir Freiheit schenkt. Denn du kannst in jeder Sekunde entscheiden, wo du als nächstes hin willst. Links oder rechts? Hier bleiben? Am Strand übernachten? Bei Einheimischen? Im Bus? Vollkommen egal wo du bist, was du dir vorgenommen hast, was dein Plan war – alles, was du brauchst, hast du eh immer bei dir.

Kein: „Aaah, dafür muss ich nochmal zum Koffer – da sind meine Badesachen drin!“ Alles im Rucksack.

 

 

A - Abseits

Man tut alles, um sie zu finden: Die nicht abgetretenen Wege. Die Dinge, die nicht im Reiseführer stehen.

Einheimische fragen, trilliarden Foren durchlesen, Blogs durchlesen, einfach mal abbiegen wo es aussieht, dass man hier sonst nicht abbiegen würde – schon komisch, dass man so viel Mühe reinstecken muss, um die Kultur in ehrlichster und natürlichster Weise kennenzulernen. Kann manchmal schwieriger sein, als gedacht, aber dafür umso besser, als je vorgestellt!

„Ja, der beste Wasserfall in diesem Land ist am wenigsten besucht! Weil er so abgelegen ist und es viel zu schwer ist, dort hinzukommen. Allein der Hinweg dauert 4 Stunden. Ist aber keine geteerte Straße.“ Die Alarmglocken gehen an: „ICH WILL HIN!“

Und wenn man dann auf dem Weg ist: „Oh Gott, wo hab ich mich denn hier wieder hingebracht?!“ – aber das war es dann wert!

 

 

C - Chucks

YES! War klar, dass wir’s mit reinnehmen, oder? Muss einfach! Immer gut für genialste Fotomotive auf Reisen und sowieso für jede Gelegenheit! Manche mögen sie, manche lieben sie und nur wenige haben gar keine!

Aber mal ehrlich, die sind auch einfach hammer! Simpel, bequem und für jedes Terrain geeignet. Solange man dran glaubt.

Bei Chucks ist es ja wie mit den Rucksäcken. Je benutzter desto cooler natürlich und desto mehr Geschichten haben sie zu erzählen. Für uns sind es Wanderschuhe, Feier-Schuhe, Alltags-Schuhe, schicke Schuhe und einfach Schuhe. Gehen immer. Und verkürzt den Einkaufs-Prozess, wenn man Neue braucht.

Wir haben schon so viele Fotomotive mit ihnen auf Reisen, dass sie für uns zum Symbol dafür geworden sind! Außerdem nehmen sie wenig Platz im Rucksack weg!

 

 

K - Kultur

Man will eintauchen und sehen: Wie lebt man hier? Wie kocht die einheimische Mama das Nationalgericht? Was sind kulturelle Unterschiede, auf die man achten muss? Welche Arten von Alltag gibt es auf dieser Welt? Fragen, die du dir stellst, um dazuzulernen. Und deinen Blick auf die Welt zu erweitern. Du willst hinter der Fassade reisen und sehen, was der Massentourismus einem verbirgt.

Auch, wenn es manchmal unschön wird. Es gehört zum Land. Und bringt einem Verständnis, mehr Einsicht und öffnet einem die Augen, um bewusster zu reisen. Das geht auch ohne Rucksack. Aber klar ist: mit Backpack machst du dich flexibel. Auch für Einladungen von Einheimischen!

 

 

I - Individuell

„Eine Reise, individuell für Sie zugeschnitten!“ liest man im Schaufenster von Reisebüros.

Ehm, nein. Individuell ist es dann, wenn du dich selbst drum kümmerst. Wenn du selbst entscheidest, wie lange du an einem Ort bleibst und zu welchem man als nächstes zieht – und zwar spontan. Wenn du wach wirst, und dir denkst: „So, was mache ich heute?“

Wie oft merkt man erst wenn man da ist, dass man den Ort zuvor ordentlich unterschätzt hat, es traumhaft schön hier ist und man gerne länger bleiben will. Oder genau andersherum, dass Orte total überschätzt sind und wenige Tage schon genug sind.

Backpacking ermöglicht es dir. Rucksack packen, und auf geht’s! Sehr gut vor allem für chronische Zuspätkommer: Wenn nix geplant ist, kann man zu nichts zu spät kommen. Es geht los, wenn du sagst, dass es losgehen soll! (Den Punkt lieben wir ganz besonders…)

Übrigens: Es ist vollkommen egal, ob du nachts im Hotel übernachtest oder im abgeranzten Hostel oder deinem Zelt. Oder alles abwechselnd auf einer Reise. Aber der Gedanke: „Ich bin Backpacker, ich muss billig reisen, weil macht man so!“ sollte man aus seinem Verständnis dieser Reiseart streichen. Das schreckt wohl viele ab, es auszuprobieren. Nein, es geht darum ohne viel Gepäck zu reisen, um individueller, selbstbestimmt und spontaner zu reisen. Um sich treiben lassen zu können. Wie viel man zahlt, muss am Ende jeder selbst wissen.

 

 

N - Natur

Du wanderst stundenlang, um an diesen einen Aussichtspunkt zu kommen, du übernachtest im Zelt, um einen Nationalpark zu durchqueren, du lässt dich in einem Regenwald von den Lauten der Tiere fesseln, von einem gigantischen Wasserfall kannst du dich einschüchtern lassen und das beste Abendessen, das du je im Leben hattest, war die Feuerstelle in einer Bucht mit Reisenden, die du erst ein paar Stunden vorher kennengelernt hast.

Dein Backpacking Trip ist gefüllt davon: Mit den besten Verabredungen mit der Natur. Mit dem Koffer wäre es da recht unpraktisch…

 

 

G- Geschichten

Die Geschichten, die du erlebst, bleiben einfach auf ewig in Erinnerung. Und wenn du nach Hause kommst, kannst du es oft kaum in Worte fassen. Erst recht weißt du nicht, in welcher Reihenfolge du erzählen sollst – es fällt dir einfach viel zu viel ein.

Und oft gibt es zurück daheim dann die Gespräche, in denen du nicht immer anfangen willst mit „Einmal, als ich in XY war…“. Es gibt zu viele Situationen und Gespräche, in denen du etwas mit deinen Reisen verbindest. Du schluckst es manchmal runter und erinnerst dich für dich selbst daran.

Manchmal auch einfach aus dem Grund, weil man es nie so rüberbringen kann, wie man es erlebt hat. Und es vielleicht einfach nicht jeder nachvollziehen kann.

„Backpacking? Wär nix für mich. Stress pur.“
Und du denkst dir: ‚Dafür bekommst du Leben pur.’


Jeder hat seine eigene Art zu reisen. Wie ist deine? Schreib es in die Kommentare!


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