4 Tage in Kuala Lumpur

Vor der Reise hatten wir viel gehört, dass Kuala Lumpur nicht so sehenswert sein soll. 2 Tage würden vollkommen ausreichen. Ok. Aufgenommen, aber wir sind dann doch lieber Fan davon, uns ein eigenes Bild zu machen. Daher wurde die Unterkunft vier Nächte belegt, nicht die empfohlenen zwei…

 

Es war morgens,

b
wir waren todmüde, Jetlag, die Augen schwer wie zehn Backpacks, wenig geschlafen aber: Es war der erste Tag auf Weltreise von morgens an! Mit diesem Anblick lässt sich der Tag doch beginnen…

Kuala Lumpur Ausblick Skyline

Wir hatten uns vorher über Malaysia und die Kultur im Generellen informiert. Aber nicht, was man in Kuala Lumpur so machen/tun/sehen kann. Also spazierten wir einfach drauf los!

Das Coolste ganz am Anfang von neuen Orten ist ja immer: Alles ist neu, fremd, man schaut sich um, hat keinen Plan wie der Stadtteil hier überhaupt heißt oder wo denn zum Teufel der nächste Supermarkt ist. Denn Daniels einziger Gedanke erst mal: Essen. Ich habe förmlich seine Augen filtern sehen, wo ein Streetfood stand war und was er ausblenden konnte weil uninteressant in dem Moment. :D Gestärkt startete dann auch für Daniel der Tag. Kein Frühstück = kein Tagesbeginn. Regel Nummer 1 bei ihm.

Wir spazierten eine Straße entlang, von der wir dachten, es könnte die Hauptstraße sein, schlenderten hier und dort entlang. Bogen mal ab, setzten uns hin und schauten. Gaben dem Hirn erst einmal Stoff zum verarbeiten.

 

Kuala Lumpur Chinatown

Kuala Lumpur Verkehr

Kuala Lumpur Verkehr

Kuala Lumpur Streetfood Kuala Lumpur Lake Gardens

Die Stadt erst einmal einsaugen. Einfach mal so tun, als hätte man sie gerade selbst entdeckt. Ohne Erwartungen von Gebäuden plötzlich beeindruckt sein, statt vorher zu lesen, dass es das/die/der größte XY ist und am Ende sagen „Oh, hätt ich aber größer geschätzt…“.

Oder sich freuen, wenn man eine Wiese entdeckt, sich hinsetzt, ausruht und dann auf einer Tafel liest, dass es der Platz war, an dem die Flagge Großbritanniens das letzte Mal gesenkt wurde und die Malaiische Flagge gehisst wurde als Zeichen der Unabhängigkeit des Landes – und daher bedeutend mit einer Flagge den Platz markiert: Der Merdeka Platz. Das erklärte die Trilliarden Selfie-Sticks im Einsatz.

Kuala Lumpur Merdeka Square

Als die ersten Gebäude neben uns auftauchten, die aussahen wie wichtige Bauten, entdeckten wir Tafeln, die beschreiben, was hier gerade vor einem steht und warum. Irgendwie cooler all das zu lesen während man direkt davor steht, statt daheim am Tisch bei Wikipedia…

Zum Beispiel hier, bei dem Sultan Abdul Samad Gebäude. Heißt so, weil es damals zu der Zeit des Sultans Abdul Samad als Verwaltungsgebäude für das  Commonwealth Kolonialreich gebaut wurde.Einige nennen die Uhr dort oben auch den „Big Ben Malaysias“. Heute beherbergt es die obersten Gerichte Malaysias und die Ministerien für Information, Kultur und Kommunikation.

Kuala Lumpur Abdul-Samad-Gebaeude

Wir gingen weiter Richtung Zentrum und als wir einmal weiter um die Ecke gingen, begrüßte uns das Wahrzeichen der Stadt: Die Petronas Towers! Wenn man mag, kann man die Petronas Towers hochfahren – mochten wir aber nicht, weil dann ja in der Skyline irgendwie das wichtigste Bauwerk fehlt. Abgesehen davon, dass es solche Eintritte immer viel zu überteuert sind. Direkt nebenan der KLCC Park, durch den wir spazierten. Gebaut, um den Petronas Towers ein wenig grün in der Umgebung zu geben.

Kuala Lumpur KLCC Park

Kuala-Lumpur-Petronas-Tower

„Hm, also bisher finde ich die Stadt eigentlich total cool?!“, meinten wir beide. Die Stadt bietet grün, sie bietet Moderne, sie bietet Historisches, das asiatische Treiben vermischt mit den verschiedenen Kulturen, die man nicht nur an den Gebäuden erkennt, sondern auch an den Menschen. Vielleicht fehlte es denjenigen an genügend Zeit die Stadt so zu entdecken, wie sie es verlangt? Nur eine Theorie.

 

Wir haben viel gesehen, aber wir haben bestimmte Highlights.

Masjid Negara – Die National Moschee

Es ist die Nationalmoschee, die man kostenlos betreten darf. Es war eine Schlange vor dem Eingang. Wir wunderten uns warum, ist ja ohne Eintritt? Bis wir gesehen haben, dass die Frauen und Männer, die keine Knie und Schultern bedeckt hatten entsprechende Kleidung bekamen und ein Kopftuch… und zwar von denen, die rauskamen und ihre Sachen wieder abgegeben hatten. „Na, das wird was, vollgeschwitzt die Sachen von anderen vollgeschwitzten anziehen…“ Wir warten ungefähr 20 Minuten und ich sagte noch: „Boh, wenn die gleich nicht der Knaller ist…“ (Geduld ist nicht so meine Stärke). Dann waren wir dran. Die Dame zog mir das Kopftuch über und zog mich an. Daniel genauso und wir sagten im schlechten malaiisch „Terima Kasih“, das eigentlich Danke heißen soll, aber sicherlich bei unserer Aussprache wohl sowas wie: „Daldsdnke“ herausgekommen sein muss für sie.
Wir schauten uns an, während wir die Treppen hochgingen. „Das… ist komisch dich so zu sehen…“, sagte Daniel leise. Ja, war auch komisch zu tragen…

Als wir die Moschee betraten, staunten wir nicht schlecht. So edel, so groß. Einfach nur verflucht schön und so ruhig. Es war ein ganz merkwürdiges Gefühl dort durchzulaufen. Eine Mischung aus Unwohlsein, aus Neugier, aus Neuem und eine Art von Ruhe.

Kuala Lumpur Nationalmoschee

Es gab viele Flyer, die den Islam erklärten, wie gebetet wird, was die wichtigsten Sätze sind, die wichtigsten Regeln. Wir haben automatisch ruhiger gesprochen dort drinnen und genossen die Stille. Das Warten hatte sich gelohnt. Es war beeindruckend.

 

Helipad Bar – Ausblick auf die Skyline

Wir hatten gelesen, dass im Menara KH Hotel oben auf dem Dach eine Helikopterlandeplatz sein soll, auf der man abends etwas trinken gehen kann. Geil. Eins, das auf unserer Liste oben stand. Und mein Geburtstag am 2.2. war da doch ein ganz guter Anlass! Wir spazierten 30 Minuten zum Hotel, gingen zum Aufzug und fuhren hoch. Prompt stand da ein SecurityKerl, der erst mal Taschenn und alles kontrolliert hat. Sein Nicken erlaubte uns weiterzugehen. Zunächst in die Bar. Schickimicki Alarm und wir müssen sagen, wir fanden unsere Weltreise-Chucks am schicksten in dem Raum! :D

Ein Kellner fragte, was wir trinken möchten und als wir gerade sagten wollten, dass wir gern nach oben wollen, unterbrach er uns schon genervt: „First drink, then upstairs.“ Er hört den Satz wohl tausend Mal am Tag. „Ok. Two beer.“ Die Wahl war einfach und wir wollten hoch. Direkt als wir die Getränke bekamen, erklärte er uns den Weg hoch. Wir liefen die Stufen… es wurde windiger, der Himmel war zu sehen, die ersten Lichter waren zu sehen und auf einmal… waren wir umgeben von Kuala Lumpur. Ein Gänsehautmoment.

Kuala Lumpur Helipad-Bar

Wir setzten uns und genossen in vollsten Zügen diesen unfassbaren Ausblick, der uns fühlen ließ, als wären wir in einem Fototapete gebeamt worden. Es war süß zu sehen, wie sich einige junge Teenager-Pärchen anscheinend richtig schick gemacht hatten und sich diesen Abend besonders machen wollten. Ein Pärchen habe ich gesehen, das suchte nach jemanden, der ein Foto machen könnte. Ich ging auf sie zu und gestikulierte, dass ich es machen könnte. Er lächelte dankbar, ich schoss drei Stück und gab das Handy zurück. Kaum setzte ich mich hin, machen die nochmal Selfies. Ok, fanden die wohl nicht so gut wie ich, die Fotos, die ich gemacht hatte. :D

Als wir auch ein paar Motive einfangen wollten, sprach uns ein Kellner an. „Ich seh euch immer woanders, mal hier, mal da!“ – „Jap, immer auf der Suche nach dem perfekten Winkel!“, antworteten wir und kamen ins Gespräch. Woher wir kommen, woher er kommt, wie lange er hier schon arbeitet und ob er den Ausblick immer noch genießt. „Jeden einzelnen Tag“ sagte er und strahlte in die Skyline. „Aber ich ziehe bald um. Im März – zu meiner Frau nach Japan! Wir haben ein Kind bekommen und ich kann es nicht erwarten, ihn zu sehen!“ Er zeigt uns Bilder von seinem Sohn, voller Stolz und erzählte von seiner Familie, von seinem Job und was er vorher gemacht hat. Oh, und dass er einen Freund in München hat, der ihm immer Bier-Bilder schickt. Natürlich. :D

„Bist du hier geboren, in KL?“ – „Nein, auf der Insel Penang im Norden! Meine ganze Familie ist noch dort und alle Freunde. Fahrt ihr auch nach Penang? Ich kenne so viele Leute dort! Hier, meine Mailadresse. Wenn ihr Fragen habt oder mal Hilfe braucht, dann gebt Bescheid! Ich kenne da wirklich die halbe Insel!“ Mailadresse wurde eingesteckt und gut verstaut. Ein schönes, langes Gespräch hoch oben über der Hauptstadt Malaysias!

Hier haben wir einen Facebook Post noch dazu online gestellt am gleichen Tag!

Kampung Baru – authentischererereres Essen

Wir hatten viel von der Jalan Alor gehört, einer Straße voll mit Streetfood-Ständen und leckerem Essen. Meine App sagte das gleiche und viele Blogbeiträge im Netz ebenfalls. Ich weiß gar nicht mehr, wo wir es gelesen hatten, aber auf jeden Fall stolperten wir einmal über den Begriff „Kampung Baru“. Exzellentes Straßenessen, Insider Tipp und Touri-frei. Es ist sowas wie ein kleines Dorf in Kuala Lumpur. Daniel liebt ja das Straßenessen und daher sind wir an seinem Geburtstag abends um 9 losgegangen. Die Hauptstraße zur Hälfte runter, abbiegen, nochmal abbiegen, es wurde ruhiger. „Hm, okayy….“, irgendwie zu ruhig. Aber Bauchgefühl ließ einen nicht unwohl fühlen. Wir gingen weiter. „Müssen noch ein Stück gehen…“ Die Häuser wurden kleiner, ein bisschen schäbiger. „Hier abbiegen und dann müsste das kommen…“ Wir bogen ab. Und auf einmal standen sie da. Früchte, Fleisch, Fisch, Straßenessen, Restaurants – definitiv: Wir waren da.

Kuala Lumpur Kampung-Baru

Wir die einzigen Ausländer. Und die Qual der Wahl an Essen. Es sieht alles einfach immer so verflucht gut aus! Wir gingen am Ende in einen Stand, der recht voll war und Familien schauten uns an, kleine Kinder und die Damen hinter dem Essen sahen uns, lächelten verlegen, kamen aber nicht. „Ich glaub, sie spricht kein Englisch und will deswegen nicht zu uns…“, sagte Daniel lächelnd. Lächelnd, weil es das erste Mal ist, dass wir merken, dass jemand in KL kein Englisch spricht. Jop, es war der perfekte Tipp! Sie schaute tatsächlich nur immer kurz rüber, lächelte, schüttelte mit dem Kopf… dann tippte sie die Frau neben ihr an. Sie sah uns, holte mit der Hand Reis aus dem Topf, nach dem Motto: „Wollt ihr das? Und was noch dazu?“ :D Herrlich. Wir bekamen leckeres Essen, viele lächelnde Gesichter und einen tollen Abend weitab von den Restaurants, in denen es sich wohl viele Reisende gerade gemütlich machten.

 

Batu Caves

Das ist so ziemlich DAS Must-See, wenn man in Kuala Lumpur ist. Was sind die Batu Caves? Die Batu Caves sind ca. 400 Millionen Jahre alte Kalkstein-Höhlen, in denen die wichtigsten Hindu-Tempel beherbergt sind – die wichtigsten außerhalb Indiens und in ganz Malaysia. Wir sind mit der Bahn hingefahren, es waren nur 3 Stationen, stiegen aus und man sah schon von weitem, dass es die Touristenattraktion ist. Viele Menschen, viele Deutsche, viele Holländer, viele Alle. 272 Stufen trennten uns von den Höhlen.

Kuala Lumpur Batu Caves

Wir waren aber zu sehr abgelenkt von den Affen, die dort überall rumliefen. Zur Überraschung waren sie gar nicht so aggressiv wie immer beschrieben. Die aßen ihre Kokosnüsse, vögelten miteinander (auch dann, als ich eigentlich nur ein Bild von Daniel mit Affen im Hintergrund machen wollte :D ) und schauten sich den Trubel an. Als wir nach vorn blickten, sahen wir schon die Haupthöhle. Sie ist kostenlos zu besichtigen. Doch als wir nach links blickten, machte ein Schild auf die Dark Cave aufmerksam. Wir bogen ab. Hier waren ein paar Tische aufgebaut. Die Dark Cave war nur mit einer Tour zu besichtigen, die 45 Minuten dauern sollte. „Machen wir, oder?“ – „Klar, warum nicht.“ Sie hatte nur 6€ gekostet und uns wurde gesagt, dass es in 20 Minuten losgehe. Gut, noch etwas Zeit, um die Infoschilder zu lesen, was wir denn da gleich sehen werden.

Und gut, dass wir das Ticket bereits gekauft hatten. Denn erst danach habe ich gelesen, was da für Tiere rumkrabbeln, was für Spinnen und wie gruselig Fledermäuse sein können, die da über unseren Köpfen rumfliegen werden. :D Als die vorherige Gruppe aus der Höhle rauskam, gaben sie gerade Taschenlampen und Helme ab. Wir guckten uns an: „Was ist das für eine Tour?!“ :D Soviel sei gesagt: Sie war verflucht cool! Der Beitrag folgt separat ;)

Nach der Tour gingen wir dann noch in die Haupthöhle, die auch definitiv sehenswert ist. Groß, mystisch mit den ganzen Räucherstäbchen und gigantisch…

Kuala Lumpur Batu Caves

Am nächsten Morgen waren die ersten 4 Nächte vorbei. Wir genossen noch einmal den Pool, die Aussicht auf dem Balkon und waren uns einig: Kuala Lumpur, wir sind froh, dass wir länger als nur 2 Tage geblieben sind! Und du wirst uns auf ewig in Erinnerung bleiben. Als unsere erstes kleines Zuhause auf der Weltreise.

Wir sagen: Terima Kasih!


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One thought on “Reisebericht Malaysia • 4 Tage in Kuala Lumpur

  • 13/11/2018 um 13:48
    Permalink

    Ist der Kampung Baru Markt nur am Samstag offen? ich dachte ich hätte das gelesen

    Antworten

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