Losgedacht

„Hm. Guck mal. Die schreibt hier auch, dass die loszog, um sich selbst zu finden. Und der eine hat das auch da in seinem Blog geschrieben. *Pause* Und wir?!“

Warum wollen wir das eigentlich so sehr? Die Weltreise?

Will man sich selbst finden, will man frei nachdenken können, sein Leben überdenken, einen Ort zum Leben finden, sich selbst kennenlernen? Warum will man das Ganze? Denn… unglücklich mit dem Leben wie es ist sind wir ja gar nicht. Ist ja alles top soweit.

Solche Fragen kamen ganz sicher nicht am Anfang unserer Entscheidung die Welt zu bereisen. Aber je mehr man sich in das Thema bei der Vorbereitung reinliest, bekommt man das Gefühl, man braucht so einen tieferen Grund. Hat halt irgendwie jeder Dauerreisende, der einen Cut gemacht hat. Oder zumindest die meisten. Und die Gründe sind dann auch immer so tierisch philosophisch! Also – das ist ja gut, wirklich, so ist das nicht. Nur kommt man sich irgendwie so vor, als würde man naiv losreisen, wenn man keine „Mission“ mitbringt. Liest man ja oft. Dass Leute die Zelte abbrachen, weil sie raus mussten, weg von allem, eine Auszeit brauchten, etc.

Was, wenn man mit seinem Leben momentan zufrieden ist, aber man einfach das permanente und ganz ganz tiefe Gefühl hat: „Da geht noch mehr…“ ?

Was, wenn man einfach mal auf sein Bauchgefühl hört, das einem sagt: „Pack deine Sachen und raus in die Welt!“

Was, wenn die Frage, die man sich stellt und die Antwort, die man gerade haben will, nur eine einzige ist: „Was schlummert noch dort draußen, was wir nicht kennen? Wir wollen’s sehen!“

Was, wenn man einfach losziehen will, losgelöst, das erste Mal im Leben an einem Punkt ist, wo keinerlei, wirklich keinerlei Richtung vorgegeben ist und die Welt einfach vor einem steht und dich fragt: „Wo soll’s hingehen?“

Und was, wenn man dann einfach nur antworten würde: „Du, vollkommen wurscht – wir wollen dich schlicht und einfach nur kennenlernen!“

Und wenn man dann losgeht und… sich komplett fallen, ziehen, beeindrucken, einnehmen und überraschen lässt?

Und man als einzigen Grund nennt: „Wir wollen die Welt halt persönlich sehen und uns von ihr überraschen lassen. Ohne Zeitdruck.“

Ganz undramatisch, ganz unphilosophisch.

Einfach… nur kennenlernen.

Auch ok, oder?


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