Vietnams Straßenverkehr - Unsere Best Of Stories

Okay, man hat ja schon viel über Asien und vor allem Vietnam und seinen Verkehr gehört.
Zusammengefasst:

Der Verkehr ist…

  • …im Grunde lebensgefährlich.
  • …für Fußgänger eigentlich unpassierbar.
  • …eins der größten Rätseln, wie die Vietnamesen es schaffen von A nach B zu kommen.
  • …kein Straßenverkehr.
  • …eine Ansammlung von allem was fährt und zwar dort, wo Platz ist.

Die Regel Nummer 1 scheint zu sein: „Dort wo der Roller durchpasst, darf er auch fahren!“ Aber eins muss man dem ganzen lassen: Wir haben in Vietnam nicht einmal Stau erlebt! Es ist durchgeknallt und wahrscheinlich haben wir es gerade deswegen so lieb gewonnen! Auch wenn Vietnams Verkehr wirklich ernst zu nehmen und nicht zu unterschätzen ist. Vorsichtig sollte man immer sein.

Da der Verkehr für uns an sich schon ein Must See oder besser Must Do war, dachten wir, beschreiben wir mal ein paar… sagen wir… persönliche „Best-of-Verkehr-in-Vietnam“-Erlebnisse.

 

#01 Vietnamesen können auch langsam.

Vorab: Vietnamesen rasen durch den Verkehr und durch die Kurven und engsten Gassen. Auch bei Schlaglöchern. Das wussten wir und haben es auch tatsächlich überall so erlebt. Und dann wollten wir von der Stadt Ninh Binh zu einem Nationalpark fahren. Der Fahrer ein kleiner, alter, lieber, ruhiger Vietnamese. Hat gar nicht erst versucht mit uns ein Geschäft zu machen und uns den Touripreis für die Fahrt abzuknöpfen und hat einfach das Geld entgegengenommen, gelächelt, alles ganz entspannt. Wir sind in den Bus eingestiegen, setzten uns und warteten.

Der Bus begann irgendwann sich laaaannnnggssaaaammmmm in Beweeeeeguuuuung zuuuu setzzzzeeeennnn.

Und: Es wurde nicht schneller. Er fuhr – einfach – nicht – schneller. Ich glaube, ich saß noch nie in meinem Leben in einem so unfassbar langsamen Teil, das vier Räder unter sich hat und so unglaublich langsam rollen kann! Erst haben wir ja noch gelacht, von wegen „Oh man, das muss der einzige Bus in ganz Vietnam sein, der so langsam und vorsichtig fährt!“. Ich mein, ist ja auch irgendwie süß gewesen, wie er so behütet fuhr.

Wir bogen ab auf die Hauptstraße. Bereit, die 40km/h zu knacken. Aber – Safety First. Wir sind auf der rechten Spur geblieben. Ohne erhöhtem Tempo.

Sogar die Mopeds mit den vollgeladenen Anhängern überholten uns – und wir waren uns sicher, dass ihr Gehupe dieses Mal nicht das vietnamesisch freundliche: „Achtung, ich komme!“ sondern das „Ey, mach ma Platz da, geh weg!“ war.

Wir guckten nur ungläubig die anderen Mitfahrer an nach dem Motto: „Ey kommt Leute, ihr merkt das doch auch!!“

Aber nein. Alle schauten gelassen aus dem Fenster. Es muss wohl der Spazierfahrbus gewesen sein und nach 30 Minuten (wir hatten die Stadtgrenze noch nicht erreicht) beschlossen wir auszusteigen und uns ein Taxi zu schnappen. Wären wir länger als 3 Wochen in Vietnam gewesen, hätten wir die Fahrt wohl in Kauf genommen, aber die hatten wir nun mal nicht…

Wir sprangen raus und waren froh im Taxi zu sitzen, dass den gewohnte vietnamesischen Fahrstil hatte. Dass wir darüber mal froh sein würden, haha! Außerdem hat uns der Taxifahrer querfeldein über Feldwege und kleine Dörfer geführt, die wir ohne den Busfahrer nie gesehen hätten! Bis heute fragen wir uns, wie lange der Bus wohl bis zum Ziel gebraucht hatte…

 

#02 Szenenwechsel.

Wir hatten einen Wasserfall besucht und waren zurück auf dem Moped. Eine lange Schotterpiste vor uns – die haben wir am meisten geliebt zu fahren! Alles ruckelt, der Staub des Pfades aufgewirbeln, die Sonne vor einem… dieses perfekte Roadtrip-Bild eben. Also fuhren wir, genossen alles um uns rum, bogen ab und auf einmal… schauten unsere Köpfe von links nach rechts. Von außen muss man gesehen haben, dass wir uns nur gefragt haben: „Uääh?!“

Denn wir waren plötzlich auf einer Landebahn. Neben der Ochsen und Kühe standen. Ich konnte Daniel noch durch den Helm lachen hören und den Kopf schütteln, als er dann ordentlich Gas gab. Warum auch immer die Schotterpiste auf einmal an so einer Landebahn endete: Das war mal ein ordentlicher Szenenwechsel! Den bietet einfach nur Vietnam…

 

#03 Oops.

Wir sind auf Phu Quoc, der Trauminsel in Vietnam… und haben uns direkt ein Moped ausgeliehen, um die Insel ein wenig zu erkunden. Freie, breite Straßen, an der Küste entlang, kaum was los. Die Palmen wehten, die Sonne schien uns ins Gesicht und der Gegenwind ließ alles vergessen!

Zum Beispiel, wo wir gerade waren. „Scheiße – wo lang?!“. Keine Panik, mit Verirren kennt Ania sich aus. „Müssen da links!“. Gesagt, getan.

Es hat keine Minute gedauert und wir wussten: „Oh Gott. Keine gute Idee.“. Denn wir fuhren in eine enge Gasse von zwei Hauswänden rein. Also wirklich richtig eng. So eng, dass man aufpassen musste, dass die Spiegel nicht abfallen. „Hier kommt doch kein Gegenverkehr jetzt, oder?“ – „Geht doch gar … – oh.“ Und da war er, der Gegenverkehr. Mit viel Rückwärtsfahrerei und ausweichen hier und da, hatten wir das geschafft.

Und landeten am Ende: Mitten auf dem Wochenmarkt. Einfach… mitten drin. Seit dem wissen wir, es geht: Mit dem Moped durch die vollsten Menschenmengen zu fahren. Egal wie viele Menschen auf dem Mopdes sitzen, egal wie viele  Kartons oder Säcke geladen sind – Geht alles!

Verkehr im Markt Vietnams

 

#04 Taxi und Bus – Die Kooperationsfreundschaft

We need a taxi to the next bus station.“, sagten wir an der Information des Nationalparks. „Ah, no ploblem!“, sagte er. Und ein paar Minuten später stand das Taxi bereit. Wir sagten, wohin es gehen soll, wie viel wir zahlen würden und nachdem er zustimme setzten wir uns.

Wie immer holte ich mein Handy raus und startete GPS auf der Offline Vietnam-Karte (Infos zu den besten Apps auf Reisen gibt’s auf unserer Infoseite). So konnte ich immer schauen, ob wir richtig fahren, im Kreis fahren oder einfach mal komplett woanders hinfahren, weil wir vielleicht eine Stadt nicht richtig ausgesprochen hatten und falsch verstanden wurden.

Nach 10 Minuten telefonierte der Taxifahrer kurz und legte auf. Es verstrichen wieder ein paar Minuten, bis er plötzlich sagte: „Bus!“. Er zeigte auf einen Bus, der am Rand des Weges stand. Und dessen Fahrer schien auf uns zu warten. Der Blick auf’s Handy sagte, dass wir ungefähr auf der Hälfte der Strecke waren. Daniel: „Ha, ausgefuchst. Der Typ hat den Busfahrer angerufen und will jetzt gleich bestimmt von uns den vollen Betrag. Mal schauen…“

Er sollte Recht behalten. Der Taxifahrer wollte uns erzählen, dass wir eigentlich schon in der angepeilten Stadt sind – am Busbahnhof. Während wir auf einer Schotterpiste, ca. 15km vor der Stadt, auf der gerade mal zwei Autos nebeneinander gepasst haben, standen. Innerlich mussten wir schon lachen.  Wie stumpf wir versucht wurden zu veräppeln – genial!

Dann ging die Verhandlung los. Links der Busfahrer, der wollte, dass wir einsteigen und den doppelten Preis zahlen. Rechts der Taxifahrer, der weiterhin versuchte uns vom richtigen Zielort zu überzeugen und den vollen Preis haben wollte. Es sah im Nachhinein richtig witzig aus: Daniel zwei Köpfe größer als die beiden, während die zwei auf ihn von beiden Seiten einredeten!

Letztendlich schafften wir es dem Taxifahrer etwa die Hälfte des vereinbarten Geldes zu geben und im Bus auch noch ein wenig zu handeln.

Geschafft. Und es ging weiter… mit fröhlichem Gehupe und munterer Musik durch kleine Dörfer – und dem Fuß auf der Gasflasche, warum auch immer die da war, die sonst mit der Musik durch den Bus gehüpft wäre.

 

#05 Als er fragte, ob wir Musik hören wollen.

Wir sind nicht sicher, ob es traurig, lustig oder schockierend war. Aber es war definitiv ein „Oh. Mein. Gott.“-Erlebnis. Wir waren in Sapa, im Norden Vietnams. Ein kleines Dorf, bekannt für die unglaubliche Natur. Hatten ein Homestay erlebt, inmitten von grünen Reisterrassen, neben Ochsen beim Frühstück und mit der Familie in einem alten Bergdorf. Beim Stamm der Red Dao. Abgeschnitten von allem. Es war der Wahnsinn! Aber wir mussten ja wieder weiter auf unserem Trip.

Und wir stiegen in Sapa in diesen grauen Land Rover, der uns und (für das Auto eigentlich zu viele Personen) zum Bahnhof bringen sollte. Abgesehen davon, dass der Fahrer durch die Serpentinen fuhr, wie ein Rennfahrer und jedem Mitfahrenden auf der Stirn geschrieben stand „Wir überleben das doch, oder??“… fragte der Fahrer auf einmal… „You want some music?“ – Ania: „Sure!!“ Und dann kam es.

Das:

 

Ungelogen: Mitten in einem kleinen Dorf irgendwo in Vietnam haut der auf einmal das raus! Und es war ernsthaft das komplette Album. Die Angst, ob wir das überleben war wie weggewischt. Die größere Angst war eher, dass er es nicht mehr ausschaltet. Hat er nicht. Aber hey… wir haben überlebt…

@Modern Talking: Hättet ihr gedacht, dass euer wohl treuster Fan zu eurem Sound durch die Berge Vietnams rast?


All unsere Reisetipps & Infos zu Vietnam

Auf unserer separaten Reisetipp-Website haben wir alle Reisetipps zu Vietnam und unserer Reise festgehalten. All unsere Unterkünfte, unsere Kosten und besten Tipps!

SEHENSWÜRDIGKEITEN & INSIDER TIPPS  
   ESSEN & TRINKEN  •   UNTERKÜNFTE  •   FORTBEWEGUNG  
 REISEVORBEREITUNG & HÄUFIGSTE FRAGEN   PACKLISTE


Alle Reiseberichte zu unserer Vietnam-Rundreise

Alle Reiseberichte aus Vietnam gibt es hier auf einen Blick!
Lehn dich zurück und lies dich durch!

DAS 1. MAL IN VIETNAM • KULTURSCHOCK
  IM MEKONG DELTA
  IN DER HALONG BUCHT
   8 FRAGEN AN LINH AUS VIETNAM
  VIETNAMS STRAßENVERKEHR
  ➸ zur Übersicht aller Reiseberichte aus Vietnam


Wie teuer ist so eine Weltreise?

Berechne die Kosten deiner Weltreise!

Wir zeigen dir, wie du die Kosten deiner Weltreise kalkulierst, auch wenn du noch absolut keine Ahnung hast, welche Route es sein soll – denn das hatten wir vorher auch nicht! Aber nicht nur das.

Wir helfen dir, eine Sparplan zu erstellen, den Überblick über deine Kosten zu behalten, um nicht zu schnell ans Ende des Ersparten zu kommen und deine Ausgaben während der Reise festzuhalten!

✓ Kalkuliere die Kosten deiner Weltreise
✓ Angepasst auf deinen Reisestil
✓ Erstelle einen Sparplan für deine Reise
✓ Plane deine Reise Schritt für Schritt
✓ Kontrolliere deine Reisekosten unterwegs
✓ Schau nach, wie sich die Kosten aufteilen
✓ Vergleiche, wie gut du geplant hast

Hier kommst du zum Reisekostenrechner!


Lust auf mehr?

Dann trag dich einfach für unseren Newsletter ein! Kommt immer montags! Zwar nicht jeden Montag, aber wenn, dann um 7.30 Uhr! Für die Portion Fernweh und Motivation zum Wochenstart!


Lust auf noch mehr?

Alles klar, Du wolltest es so, dann gibt's jetzt die volle Dröhnung Geh Mal Reisen! Uns gibt es nämlich auch auf Youtube! Hier kannst du dir das aktuelleste Video ansehen - und sämtliche Abenteuer unserer Reisen! Bereit?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.